Telemetrie & Funkprodukte
Telemetriesysteme übertragen Messwerte aus rotierenden und bewegten Bauteilen ohne feste Signalleitung.
Die Auswahl richtet sich nach Kanalzahl, Übertragungsstrecke, Energieversorgung, Bauraum und Ausgabeschnittstellen, vom modularen Mehrkanalsystem bis zur kundenspezifischen OEM-Telemetrie.
Messen, wo kein Kabel hinkommt
Kein Schleifring im Messaufbau
Schleifringe übertragen Signale über einen mechanischen Kontakt. Der verschleißt und erzeugt Übergangswiderstände. Telemetrie überträgt berührungslos und bleibt über die gesamte Messdauer wartungsfrei.
Messung am vorhandenen Bauteil
Die Sensorik wird auf der Welle, dem Flansch oder dem Ritzel appliziert, das ohnehin im Kraftfluss liegt. Es muss keine zusätzliche Messwelle eingebaut werden, die Steifigkeit, Bauraum und Eigenfrequenzen des Antriebsstrangs verändert.
Mehrere Messstellen gleichzeitig
Dehnung, Temperatur, Beschleunigung und Drehmoment lassen sich an einem rotierenden Bauteil synchron erfassen. Die Kanäle teilen sich eine Messkette, die Daten kommen zeitlich zueinander passend am Empfänger an.
Mehrkanal-Telemetrie
Synchrone, modulare Messwerterfassung für umfangreiche Instrumentierungen an rotierenden Bauteilen.
2-Kanal-Telemetrie
Kompakte Funktelemetrie für zwei Messkanäle und direkte Übertragungsstrecken in Fahrzeug, Prüfstand und Maschine.
OEM & kundenspezifische Telemetrie
Applikationsspezifische Messketten für besondere Geometrien, Störfelder, Stückzahlen und Umgebungsbedingungen.
Gateways & Datenausgabe
Empfang, Speicherung und Ausgabe von Telemetriedaten an Prüfstand, Fahrzeug und übergeordnete Auswertung.
Welche Telemetrie zu welcher Messaufgabe passt.
| Kriterium | Worauf es bei der Auswahl ankommt |
|---|---|
| Kanalzahl | Eine einzelne Drehmomentmessung kommt mit zwei Kanälen aus. Sobald Dehnungsmessstellen, Temperaturen und Beschleunigungen zusammen erfasst werden, führt der Weg zum modularen Mehrkanalsystem. |
| Energieversorgung | Induktive Versorgung erlaubt beliebig lange Messungen ohne Unterbrechung. Eine mitrotierende Batterie spart die Energieübertragung zur Welle und damit Bauraum, begrenzt die Messdauer aber auf die Kapazität. |
| Bauraum an der Messstelle | Entscheidend ist der verfügbare Radius auf der rotierenden Seite und der Platz für die stehende Einheit. Bei beengten Verhältnissen wird die Rotoreinheit applikationsspezifisch ausgelegt. |
| Datenausgabe | Analoge Spannungs- und Stromausgänge binden direkt an vorhandene Messtechnik an. CAN-Bus und Ethernet bringen die Werte in die Fahrzeug- oder Prüfstandsarchitektur. Über das Gateway kommt die Speicherung hinzu. |
| Umgebung | Temperatur, Nässe, Staub und Vibration bestimmen Schutzart und Vergusstechnik. Im Umfeld von Elektromotoren kommt die elektromagnetische Verträglichkeit als eigenes Auslegungskriterium hinzu. |
Wo Telemetriesysteme eingesetzt werden
Die Systeme messen dort, wo das Bauteil rotiert und eine feste Signalleitung ausscheidet. Prüfstand und Serieneinsatz stellen dabei unterschiedliche Anforderungen an Messdauer, Robustheit und Integration.
Entwicklung und Prüfstand
- Drehmoment und Dehnung an Wellen, Flanschen und Getriebestufen
- Lastkollektive über lange Messläufe, induktiv versorgt und ohne Batteriewechsel
- Synchrone Mehrkanalmessung an instrumentierten Rotoren und Radsätzen
- Validierung von Simulationsergebnissen am realen Bauteil
Serie und Feldeinsatz
- Dauerbetrieb in Antriebssträngen, auch unter Öl und bei hoher Vibration
- Messung im Fahrbetrieb an Gelenk- und Seitenwellen
- Integration in bestehende Steuerungen über CAN-Bus
- Kundenspezifische Rotoreinheiten für beengten Bauraum
Häufige Fragen zur Telemetrie
Was ist Telemetrie in der Messtechnik?
Telemetrie überträgt Messwerte von einem bewegten oder rotierenden Bauteil berührungslos zu einer stehenden Empfangseinheit. Auf der rotierenden Seite sitzen Sensorik und Elektronik, die Übertragung ersetzt die feste Signalleitung.
Wie kommen Messwerte von einer rotierenden Welle zum Messsystem?
Die Rotoreinheit digitalisiert das Sensorsignal direkt an der Messstelle und überträgt es drahtlos. Dadurch entstehen keine Übergangswiderstände im Signalweg und die Messkette bleibt über die gesamte Messdauer unverändert.
Worin unterscheidet sich Telemetrie von einem Schleifring?
Ein Schleifring überträgt das Signal über einen mechanischen Kontakt, der verschleißt und gewartet werden muss. Telemetrie arbeitet berührungslos und bleibt dadurch über lange Messläufe wartungsfrei.
Wie viele Messkanäle lassen sich gleichzeitig erfassen?
Von einem einzelnen Kanal bis zu 256 Kanälen. Kompakte Systeme decken zwei Kanäle ab, das modulare MEGA System arbeitet mit vier Kanälen je Modul und lässt sich kaskadieren.
Wie wird die Elektronik auf der rotierenden Seite mit Energie versorgt?
Entweder induktiv von der stehenden Seite oder über eine mitrotierende Batterie. Die induktive Versorgung erlaubt beliebig lange Messungen, die Batterievariante spart Bauraum.
Welche Schnittstellen stehen für die Datenausgabe zur Verfügung?
Analoge Spannungs- und Stromausgänge, Ethernet und CAN-Bus. Über das Gateway kommen Speicherung und die Anbindung an übergeordnete Mess- und Steuerungssysteme hinzu.
Eignet sich Telemetrie für den Dauerbetrieb?
Ja. Die Systeme sind für den Serieneinsatz im Antriebsstrang ausgelegt, einschließlich Dauerbetrieb unter Öl in Getrieben.
Lässt sich Telemetrie an einer vorhandenen Welle nachrüsten?
In der Regel ja. Die Sensorik wird auf dem bestehenden Bauteil appliziert, sodass keine zusätzliche Messwelle in den Kraftfluss eingebaut werden muss.
Systemauswahl nach Messaufgabe.
Kanalzahl, Drehzahl, Bauraum und Umgebungsbedingungen genügen für eine erste Systemempfehlung.






