Use Case: Berührungslose Drehmomentmessung am Ritzel für Elektromotorräder

Berührungslose Drehmomentmessung am Ritzel für Elektromotorräder

Melectric hat für ABM Greifenberger ein berührungsloses Drehmomentmesssystem entwickelt, das direkt im Elektromotor montiert werden kann. Alle Messdaten und die Stromversorgung sind auf minimalem Raum in den Rotor integriert – ausgelegt für den Betrieb unter härtesten Bedingungen, bei hohen Temperaturen und extremer elektromagnetischer Störstrahlung.

Volle Kontrolle im Rotor: Melectric Systems hat für ABM Greifenberger ein rotorintegriertes Telemetriesystem entwickelt, das Drehmoment und Temperatur direkt im Inneren des Elektromotors misst – in Echtzeit, ohne externe Sensoren und trotz extremer Fliehkräfte, Hitze und elektromagnetischer Störfelder. Das Ergebnis: präzisere Motorsteuerung, kürzere Entwicklungszyklen, zuverlässige Früherkennung von Verschleiß und ein klarer Wettbewerbsvorteil im Premium-Antriebsmarkt.

Einleitung

Die Drehmomentmessung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Optimierung von Antriebsstrangsystemen, insbesondere in der Elektromobilität. Die präzise Erfassung des Drehmoments im Antriebsstrang ermöglicht eine fundierte Analyse der Leistungsabgabe, mechanischer Verluste und der Lastverteilung.

Vorteile der Drehmoment- und Temperaturmessung direkt im Elektromotor

Die Messung von Drehmoment und Temperatur direkt am Rotor im Inneren eines Elektromotors liefert einen einzigartig genauen Einblick in das tatsächliche mechanische und thermische Verhalten des Antriebsstrangs. Rotorintegrierte Telemetriesysteme erfassen die realen Last- und Temperaturbedingungen genau dort, wo sie entstehen – im rotierenden Teil des Motors. Dies führt zu deutlich zuverlässigeren Daten als externe Sensoren oder modellbasierte Drehmomentsschätzungen. Da die Messung nicht durch elektromagnetische Annahmen, strombasierte Schätzungen oder indirekte Temperaturmodelle beeinflusst wird, liefert das System eine hochauflösende und unverzerrte Darstellung des tatsächlichen Betriebszustands des Motors.

Telemetrie Elektromotoren
Berührungsloses Messsystemm das am Hinterrad montiert wird

Die direkte Rotortemperaturmessung ist besonders wertvoll, da sich thermische Hotspots im Rotor häufig entwickeln, lange bevor sie am Stator oder Gehäuse sichtbar werden. Telemetrie macht diese Temperaturspitzen in Echtzeit erfassbar und ermöglicht so eine genauere thermische Auslegung, wirkungsvolle Schutzfunktionen und optimierte Leistungsgrenzen. Die Kombination aus Drehmoment- und Temperaturdaten schafft eine klare Korrelation zwischen mechanischer Last und thermischer Belastung und hilft Ingenieuren, die Ursachen von Überhitzung, Effizienzverlusten oder vorzeitigem Bauteilerverschleiß zu identifizieren.

Gleichzeitig verbessert die direkte Rotordrehmomentmessung die Motorsteuerung erheblich. Mechanische Drehmomentin­formationen in Echtzeit ermöglichen präzise lastabhängige Regelstrategien, dynamische Drehmomentverhegrenzung, effizienteres Rekuperationsbremsen und einen stabilen Betrieb bei schnellen Lastwechseln. Da der Regler nicht mehr auf geschätzte Drehmomentwerte angewiesen ist, steigen Gesamteffizienz und Ansprechverhalten des Systems spürbar.

Rotorintegrierte Telemetrie verbessert zudem die Simulation und Modellvalidierung. Reale mechanische und thermische Daten bilden eine zuverlässige Grundlage zur Kalibrierung von FEM-Simulationen, Wärmemodellen und digitalen Zwillingen, was Entwicklungszyklen verkürzt und die Vorhersagegenauigkeit erhöht. Darüber hinaus ermöglicht die kontinuierliche Überwachung von Drehmoment und Rotortemperatur die Früherkennung von Anomalien wie Lagerverschleiß, erhöhter Reibung oder Fluchtungsfehlern – was die vorausschauende Wartung deutlich effektiver macht.

Technische Herausforderungen der Messung

Die Messung von Drehmoment und Temperatur direkt am Rotor eines Elektromotors bringt eine Reihe spezifischer technischer Herausforderungen mit sich, die hochspezialisierte Ausrüstung erfordern. Im Gegensatz zu externen Sensoren muss die rotorintegrierte Telemetrie im härtesten Bereich des Motors arbeiten, wo extreme mechanische, thermische und elektromagnetische Bedingungen gleichzeitig auf Messgenauigkeit und Systemstabilität einwirken.

Eine der anspruchsvollsten Aufgaben ist die enorme Zentrifugalkraft, die auf die rotierende Baugruppe wirkt. Bei hohen Drehzahlen sind Komponenten Tausenden von g ausgesetzt, weshalb Sensoren, Elektronik und Strukturelemente außergewöhnlich robust, leicht und mechanisch ausgewuchtet sein müssen. Selbst geringfügige Verformungen oder Massenunwuchten können zu Schwingungen, erhöhten Lagerlasten oder einem vollständigen Systemausfall führen.

Geöffnetes Getriebe mit Rotorspule und montiertem Verstärkermodul

Die thermische Belastung stellt eine weitere große Herausforderung dar. Der Rotor ist schnellen Temperaturwechseln und dauerhaft hohen Temperaturen ausgesetzt, die durch Kupferverluste, Magnetfelder und Wechselrichtertaktung entstehen. Sensoren müssen trotz Materialausdehnung, Drift und Langzeitalterung genaue Drehmoment- und Temperaturwerte liefern – das erfordert hochtemperaturbeständige Materialien und fortschrittliche Verguss­techniken.

Elektromagnetische Störungen erschweren die Messgenauigkeit zusätzlich. Der Rotor ist von starken, sich schnell ändernden Magnetfeldern und hochfrequenten Wechselrichterimpulsen umgeben, die Sensorsignale verzerren oder die drahtlose Datenübertragung stören können. Zuverlässige Telemetrie setzt daher ein optimiertes EMV-Design, Abschirmstrategien und robuste Kommunikationsprotokolle voraus, die die Signalintegrität in dieser störungsreichen Umgebung aufrechterhalten.

Beengte Platzverhältnisse im Elektromotor verschärfen die technischen Anforderungen zusätzlich. Telemetriekomponenten müssen in sehr kleinen Bereichen untergebracht werden, ohne die Rotordynamik, die Magnetflussverteilung oder die mechanische Stabilität zu beeinträchtigen. Dies erfordert ultrakompakte Elektronik, kundenspezifische Sensoranordnungen und präzises Auswuchten, um unerwünschte Schwingungen zu vermeiden.

Vorteile für ABM Greifenberger durch rotorintegrierte Drehmoment- und Temperaturtelemetrie

ABM Greifenberger kann durch die Integration rotorintegrierter Drehmoment- und Temperaturtelemetrie in ihre Elektromotoren und Getriebeantriebe erhebliche technische und wirtschaftliche Vorteile erzielen. Die Technologie liefert tiefe Einblicke in das reale mechanische und thermische Verhalten innerhalb der Motor-Getriebe-Einheit und ermöglicht so höhere Zuverlässigkeit, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Ein zentraler Vorteil ist die Möglichkeit, das tatsächliche Drehmoment und die Rotortemperatur direkt am Entstehungsort der Last zu messen. Während herkömmliche Methoden auf Schätzungen angewiesen sind, liefert die rotorintegrierte Telemetrie präzise Echtzeitdaten zu Lastzyklen, thermischen Hotspots und dynamischen Lastspitzen. So wird deutlich, wie Motor- und Getriebekomponenten unter realen Bedingungen zusammenwirken – ABM kann damit Verluste identifizieren, thermische Belastungen reduzieren und die Antriebsauslegung gezielter optimieren.

Für Entwicklungsteams verkürzen diese Daten Validierungszyklen und verbessern die Simulationsgenauigkeit. Reale Messungen ermöglichen die präzise Kalibrierung von FEM-, CFD-, Magnetfeldmodellen und digitalen Zwillingen, was Prototypeniterationen reduziert und die Markteinführung neuer Antriebslösungen beschleunigt.

Die Langlebigkeit profitiert ebenfalls durch die Früherkennung thermischer Überlastungen auf Rotorebene, Drehmomentunregelmäßigkeiten oder Schwingungsmustern, die auf Verschleiß hindeuten. Dies stärkt die Serienproduktionsqualität und ermöglicht vorausschauende Wartungskonzepte für Endkunden – und schafft damit zusätzlichen Servicemehrwert.

Nach außen hin gewinnt ABM einen Wettbewerbsvorteil, indem Antriebe angeboten werden, die mit realen internen Daten statt theoretischer Schätzungen validiert wurden. Da Industrien zunehmend Effizienz, Zuverlässigkeit und Digitalisierung fordern, positionieren telemetrievalidierte Motoren und Getriebe ABM klar im Premium-Antriebsmarkt.

Fazit und Ausblick

Telemetrie im Inneren von Elektromotoren ermöglicht direkten Zugang zu den realen mechanischen und thermischen Bedingungen im rotierenden System – Daten, die durch externe Sensoren oder modellbasierte Schätzungen nicht erfasst werden können. Durch die Echtzeiterfassung von Rotordrehmoment, Temperatur und dynamischem Lastverhalten erhalten Ingenieure ein tieferes Verständnis von Effizienz, Haltbarkeit und Leistung unter echten Betriebsbedingungen. Dies ermöglicht genauere Simulationen, schnellere Entwicklungszyklen, optimierte Regelstrategien und zuverlässige vorausschauende Wartung.

Da elektrische Antriebssysteme in Leistungsdichte und Komplexität weiter wachsen, wird die rotorintegrierte Telemetrie zu einer Schlüsseltechnologie für höhere Zuverlässigkeit, verbesserte Energieeffizienz und einen intelligenteren, datengetriebenen Motorbetrieb.

Technische Anfrage zur Anwendung.

Nächster Schritt

Wellengeometrie, Drehmomentbereich und Bauraum genügen für eine erste Einschätzung, schriftlich oder im Gespräch.